Posted by: das Mopf | May 18, 2010

“Der Schatten des Windes”

“Das Fernsehen, mein lieber Daniel, ist der Antichrist, und ich sage Ihnen, es werden drei oder vier Generationen genügen, bis die Leute nicht einmal mehr selbstständig furzen können und der Mensch in die Höhle, in die mittelalterliche Barbarei und in einen Schwachsinn zurückfällt, den schon die Nacktschnecke im Pleistozän überwunden hat. Diese Welt wird nicht von Atombomben zerstört werden, wie uns die Zeitungen weismachen wollen, sondern sie wird sich totlachen, wird an Banalität zugrunde gehen, weil sie aus allem einen Witz machen, einen schlechten noch dazu.”

Fermín Romero de Torres in: “Die Schatten des Windes”, von Carlos Ruiz Zafón

Posted by: das Mopf | April 29, 2010

Heimkehr

Heute hatte ich mal meine Fünf Minuten, was aber auch nötig war.

Heute vor einem Jahr bin ich aus Neuseeland wiedergekommen, und die acht Monate, vor allem aber die letzten zwei, die diesem Ereignis vorausgingen, waren ganz schön spannend. Aufregend, könnte man auch sagen. Interessant. Traumhaft, bunt, liebenswert. Alles, außer langweilig. Und jetzt bin ich wieder hier und sitze am Rhein und kann kaum fassen, dass tatsächlich ein Jahr um ist und ich so lange so weit weg war.

Deswegen musste ich heute mal ‘nen Rappel kriegen und mich aufregen und zumindest innerlich auch ein bisschen weinen, denn eigentlich will ich schon ganz gerne zurück. Aber bekanntermaßen ist das Leben ja zu kurz, um irgendwas zu bereuen, deswegen halt ich meine Klappe und freu mich, dass ich überhaupt da war. Und dass es so toll war. Und aufregend. Und bunt. Und…

Posted by: das Mopf | March 20, 2010

Heute vor einem Jahr…

… ui, da wars ganz schön kalt, so zwischen Gletschern und Meer… Reis mit Tomatensoße und Käse zum Abendessen – und ein schöner Sonnenuntergang. Ach, und die Töpfe mussten wir leihen, weil es keine in der Hostelküche gab.

Fox Glacier

Posted by: das Mopf | February 5, 2010

Heute vor einem Jahr…

… sah es irgendwie sonniger aus.

Posted by: das Mopf | January 26, 2010

Ausflug in die Kindheit

Derzeit lese ich Tom Sawyers Abenteuer von Mark Twain, um mal ein bisschen abzuschalten.

“… dabei handelte die Predigt von ewigem Feuer und Schwefel und lichtete die Reihe der vorherbestimmten Auserwählten bis auf eine so kleine Zahl, dass sich die Erlösung kaum lohnte.”

Posted by: das Mopf | December 18, 2009

Ich wär gerne eine Ente

Ha! Wenn ich eine Ente wäre, hätte ich keine kalten Füße mehr. Nie wieder!! Was für ein Traum.

Enten haben nämlich kaltes Blut in den Füßen und erst quasi knieaufwärts (falls Enten Knie haben) wirds wieder warm. Damit sie nicht am Eis festfrieren. Sehr praktisch. In Düsseldorf eher unnütz, da friert nicht mal der Uniteich zu, aber was kann man gegen Evolution schon machen.

Jetzt wird ein Schlaumeier sagen: “Jahaaa! Aber wenn Enten kaltes Blut in den Füßen haben, haben sie doch eigentlich immer kalte Füße. Und nicht nie.” Jahaa. Aber wenn eine Ente nicht weiß, was warme Füße sind (weil sie ja immer kalte Füße hat), weiß sie auch nicht, was kalte Füße sind. Es stört sie also nicht. Und weil alle Enten kalte Füße haben, kann auch nicht eine zur anderen sagen: “Heee, nimm Deine Eisklötze von meinen Füßen!”

Wie praktisch. Leider, wenn man eine Ente wäre, müsste man den ganzen Tag Fisch und Algen fressen. Und quaken. Und Prokofiev hätte einen mit einer Oboe repräsentiert. Und wer will das schon.

Posted by: das Mopf | December 16, 2009

Neuseeland-Erinnerungen

Lebensmittel von Mit-Backpackern und von Maria gschenkt bekommen.
In Wellington auf die Fähre nach Picton warten.
3 Tage lang Äpfel und Toast mit Käse essen (sehr leckerem Käse!).
In Chch mit Felix im Pak’n’Save einkaufen und gefragt werden, ob wir mit nach Steward Island wollen würden.
Der eine verkackte Tag in Queenstown, und 42 andere wunderbare Tage überall in Neuseeland.

Posted by: das Mopf | December 16, 2009

The Feelers

“The Feelers” ist eine neuseeländische Band, die ich kenne, seit ich mit Sina und Steffi (und Trish) nach Paihia gefahren bin.

Ich hatte ihr Best-Of-Album dann im März von Steffi bekommen, und grade hör ichs wieder. Und es ist erstaunlich, wie viele Eindrücke, Gefühle, Gedanken und Bilder mir mit jedem Lied neu in Erinnerung kommen. Da denke ich: “So, jetzt hab ich die ganze Reise wieder im Kopf”, und auf einmal läuft “Look Out”, und prompt kommen mir wieder andere Bilder in den Kopf…
Ewig lange Fahrten durch die Landschaft -wunderschöne Landschaft überdies-, bedeckter Himmel, die Frage, wie lange es denn jetzt noch bis Westport dauert, dabei die Berge der Kahurangi Ranges, die sich rechts und links erheben. Anhalten, weil eine aufs Klo muss, dabei in den Straßengraben fällt, weil grade ein Auto vorbeikommt (das einzige seit zwei Stunden) und erstmal nicht mehr rauskommt.
Dunedin, der Kinobesuch von “Underworld 3”, den ich zum Schießen finde, wobei ich leider dauernd von Steffi gehauen werde, weil ich nicht aufhören kann zu lachen. Später der Bar- und Disco-Besuch mit lauter Leuten, die wir schon von “früher” kennen.
Der Halt an der Westküste, bei dem wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit Sandfliegen machen, sehr anhänglichen, leider gierigen kleinen Viechern. Das Handtuch erweist sich als ausgezeichnete Nahkampfwaffe und Steffi als hervorragende Fahrerin, selbst wenn das Auto zum Krisengebiet und zur letzten Ruhestätte dieser Biester wird.
Weiter nördlich der Westküste, wo es zwischen Westport und Greymouth aus Eimer geschüttet hat.
Christchurch, abends weggehen und drei Stunden und vier Tuis später feststellen, dass die Hauswand gegenüber voll mit Noten ist. Hochzeit im Botanic Garden. Der Typ, der Oldtimer-Fahrten anbietet und uns erzählt, dass die Dame, die da Waffeln verkauft, Steffi heißt, genau wie seine Nichte, genau wie noch irgendwer – und wie meine Steffi. Karen! Das Rugby-Spiel und die Feststellung, dass Karen und ich Handball viel sinnvoller finden.
Unter der Dusche entscheiden, “lass mal noch ne Nacht hierbleiben, wir schaffen das doch sonst gar nicht mit Teddington und dem Arthur Pass…”
Shoppen im Second-Hand-Laden in Greymouth. Ekelwetter in Punakaiki, Espressotassen vergessen, “Shrek” in Westport im Hostel gucken.
Zum East Cape fahren und morgens Sonnenaufgang gucken wollen und feststellen, dass das Klo, an dem man steht, verwüstet wurde. Das war mit Abstand die gruseligste Nacht, noch gruseliger als in Palmerston North.
Morgens um 8 in Taupo vom Iron-Man-Contest-Soundcheck geweckt werden, umdrehen, weiterschlafen – im Auto.
Durchredete Nächte, Schokolade, Sekt und Tui (Tui-Werbung! Yeah, right. Und “Aaah, was für Werbung war das?” “‘Those photos won’t end up on Facebook. – Yeah, right.’ Kennen wir schon.”), Psychoanalyse durch die beste aller existierenden Psychologie-Erstis.
Twizel! Und Mordor lebt, obwohl es davon leider kein Bild gibt. Der fehlgeschlagene Versuch, Bier an einer Tanke zu kriegen.

Was wohl noch so alles in diesem Kopf lauert und nur darauf wartet, ins Bewusstsein zu krabbeln?

Posted by: das Mopf | September 21, 2009

I love autumn.

I love the colours of the trees, the crisp morning air, I love kicking the chestnuts along the streets. I love watching the kites in the sky and the squirrels in the trees. I love the rain, I love sitting at the window and watching the leaves flying by. I love the hot shower after getting wet and cold in the rain.

I love all those good summer memories.

Posted by: das Mopf | August 30, 2009

Ist das so ‘ne Krankheit von Dir?

… fragte mein Freund mich neulich, als er mich schon wieder mit einem Buch in der Hand antraf.

Ja, das ist eine Krankheit. Ich hab eine Leseratte als Haustier, seit mich der Bücherwurm gebissen hat; schon seit etwa 15 Jahren, als ich mein erstes Wort (“Ausgang”) gelesen hab. Wiedererkannt wäre das bessere Wort. Seitdem habe ich, ich weiß nicht… Ganz sicher 500 Bücher gelesen, vermutlich mehr. Die meisten davon freiwillig, bis auf Emilia Galotti und Andorra. Aber, das gebe ich offen zu, ich lese freiwillig Reklam-Hefte. Und finde es toll, wenn ich Bücher richtig heftig zerlesen habe. Ist ein Zeichen von Zuneigung.
Mein Bücherregal beinhaltet derzeit zwar grade mal schlappe 65 Bücher, die meisten davon habe ich allerdings doppelt bis vielfach gelesen. Alle HarryPotter-Bände zum Beispiel. Die Bernstein-Trilogie. Moers gesammelte Bände. Dafür, ich schäme mich auch ein bisschen, habe ich Thomas Manns Erzählungen nach ein paar Seiten aus der Hand gelegt. Aber ich hole das nach.
Grundsätzlich verliere ich Lesezeichen. Deswegen hab ich auch nie so richtig schöne, selbstgemachte. Die kommen eh weg. Das letzte, von dem ich mich erinnern kann, es verloren zu haben, war eine Abschiedskarte von Alex’ Freundin, vor meiner Neuseelandreise: “Es ist nicht notwendig, verrückt zu sein. Aber es hilft.” Die habe ich im zweiten Eragon-Band vergessen, den ich dann der Stadtbücherei von Pakuranga, Neuseeland, vermacht hab. Das war dumm. Derzeit ist es eine Karte, die bei einem Geschenk meines Freundes lag.
Zu meiner allerneuesten Errungenschaft gibt es eine niedliche Anekdote. Finde ich, obwohl ich die Dumme bin. Da habe ich, auf den Hinweis eines Kollegen, bei Abebooks im Internet nach einer schönen alten Ausgabe von “Les Miserables” gesucht. Ich dachte mir: “Wenn es alt ist, und schön, ist es auch ein bisschen mehr Geld wert.” Ich fand dann tatsächlich eine schöne Version von 1900. So um den Dreh. Für grade mal 20 Euro. Genial!, dachte ich mir, und langte zu. Erst nach dem Bestellen kam mir in den Sinn, dass 20 Euro für so ein altes Buch aber ganz schön wenig Geld ist… Es kam an und war auf Französisch. Gut, dass hier irgendwo ein Wörterbuch rumfliegt. Und gut, dass mein derzeitiger Freund aus Papier auf Englisch ist. Wie alle Bücher ist auch die Twilight-Saga im Original einfach besser.
Warum mir das alles so in den Sinn kommt? Heute überkam mich der Wunsch, mal wieder Thornton Wilders “Iden des März” zu lesen. Und nach verzweifelter Suche im eigenen Zimmer, in denen der Brüder, in der “Kinder”-Bibliothek und der meiner Eltern hatte ich zwar sechs neue Bücher auf dem “Zu lesen”-Stapel, aber nicht das gesuchte. Ich weiß noch genau, wie es aussah, aber nicht mehr, wo es ist. Ei verbibsch!

Posted by: das Mopf | August 4, 2009

Krank

Katja leidet an der berüchtigten Kiwi Flu, und mich hats auch schon erwischt. Da will ich, weil ich in Passau an der Uni angenommen wurde (ich werde nicht müde, das zu betonen), gucken, wie der NC überhaupt liegt und gebe prompt bei Google “Passau Medienwissenschaften NZ” ein.

Wie man da unten mit der Schweinegrippe umgeht, schreibt Ultru in der ihr einmaligen Art und Weise hier.

Posted by: das Mopf | July 12, 2009

Beauty

When I was in NZ, I was like: “Oh, look at that marvellous sunset, the stunning scenery, this beautiful beach, the wonders of nature.”
But in fact, NZ opened my eyes about the beauty that’s everywhere on the world. It’s just that in NZ, there aren’t as many tall houses to cover a sunset or a great view. Now that I’ve come home, it’s far easier to admire a sunset or a beautiful scenery, because I’ve learned to look out for them. And I can enjoy them, even if I don’t habe my camera with me.

Posted by: das Mopf | July 11, 2009

#17

See kangaroos.

Kängurus sehen.


Go to Australia. Nach Australien fahren.

Posted by: das Mopf | July 11, 2009

101 – Done

#8 – Bungyjumping. (Totally awesome. Indeed a must-do.)
#10 – Fiji. (Great. Wet, but great.)
#13 – Skydiving. (Even better than bungy.)

Posted by: das Mopf | July 5, 2009

Looking back

I want to go back. I want to revive every single station of the journey, all the good and not so good days, I want to see Steffi again, Trish, Felix, Samuel, Karen, Robert, Myriam, Tobi. There’s a song by the Wise Guys called „We had a good time“ – I just heard it the other day and almost started crying, because it so reminded me of NZ and my time down there. I know the trip is something I will always sherish and remember, I wouldn’t want to have missed a single second of it, not even the ones when I suffered from stomach aches and couldn’t sleep at nights. Even that was wonderful, in it’s very own way. The time was simply perfect. Travelling around with Steffi was the best that could have happened to me.

And when thinking back I remember so many things I haven’t written down, like the evening in Westport before we met Felix and Samuel, when some not-quite-so-sober men accidentally took first our frying pan and then our bread, and rewarded us with a dollar and a bit of their jam. Or how comfy it felt to share a camp site with Felix, Samuel and Myriam in Milford Sounds. Or how Steffi gave me the „LotR Tour Guide“ during a very stormy lunch in Invercargill.

Looking back, the NZ-trip seems to be like one giant dream I only gradually wake up from… And like a dream, memories fade away. I’m just so grateful for my camera and the notebook, because this way I can kind of look everything up.

Posted by: das Mopf | June 4, 2009

#16

Cuddle Tchaikovsky.


Have a hamster and call it Tchaikovsky.

Posted by: das Mopf | May 10, 2009

Amazing Ryan.

There is this absolutely adorable story I love to tell when it comes to Ryan.
One summer’s night, when it was really, really hot, I opened his window to let the room cool down a little. At one point he heard his father’s voice outside, so he started talking in his baby-nonsense-speak, which I wouldn’t allow, because it was almost 10pm.
Me: „Ryan, sleep now.“
Him: „I am sleeping.“
Me: „No, you’re not sleeping, you’re talking.“
Him: „I’m not talking to you. I’m talking to daddy!“

He also has me knowing where my place in his family is. Picking him up from pre-school, I strapped him in his kiddy seat and then just cleaned up a bit of mess in the car. Promptly, the little man demanded: „You drive! Now!“

Posted by: das Mopf | April 29, 2009

Mendelssohns Italienische Sinfonie

Da geht einer nach Italien und kommt wieder, und anstelle ein Buch drüber zu schreiben oder seine Fotos auszustellen – komponiert er eine Sinfonie. Genial! Felix Mendelssohn-Bartholdys 4. Sinfonie, op90, wurde inspiriert von seiner Reise nach Italien, und die Erinnerungen an ein sonniges Lang, gepaart mit Mendelssohns ebenfalls sonnigem Gemüt sind ein Ohrenschmaus sondergleichen. Da frage ich mich, wie meine Sinfonie aussehen würde, wenn ich denn komponieren könnte?

Posted by: das Mopf | April 28, 2009

Heimwärts

In den letzten zwei Nächten habe ich zusammengenommen etwa sechs Stunden geschlafen, und die dritte Nacht ist auch schon bald halb rum. Das ist nicht gesund und hat auch schon seine Spuren in Form und Pickeln und Augenringen hinterlassen. Aber wenn ich doch so aufgeregt bin? Nach acht Monaten, die teilweise sehr lang und dann wieder sehr kurz waren, in denen ich irre viel erlebt und die mich ziemlich verändert haben, steige ich jetzt wieder in mein Leben ein. Thomas meinte, dass es so ist, als würde man auf einem Abspielgerät Pause drücken und es nach der Heimkunft weiterspielen lassen, aber Kapila teilt die Meinung nicht, und da bin ich auf seiner Seite (stimme Thomas aber bezüglich des Sportwagens zu). Vielmehr geht es nach der Pause eines Theaterstücks weiter, denn da kann man improvisieren – zwar nur in einem gewissen Rahmen, aber das ganze ist live und die Schauspieler können ihren Teil zum Gelingen oder Missgelingen beitragen. Und wir alle wissen ja: „Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Männer und Frauen können ihren Text nicht.“

Posted by: das Mopf | April 27, 2009

Heimat – was ist das überhaupt?

Wären da nicht der große Rucksack und der Koffer vor der Tür und diese unnatürliche Ordnung im Zimmer, dann könnte man fast meinen, es wäre ein Abend wie jeder andere. Ist es aber nicht. Immer, wenn ich daran denke, wo ich in 24 Stunden sein werde -nämlich an Bord eines Flugzeugs-, überkommt mich ein Kribbeln. Ich fliege nach Hause.

Zuhause. Heimat. Was ist das eigentlich? Ist das da, wo meine Familie ist, wo meine Freunde sind? Wo ich wohne? Mein Zimmer ist mein Rückzugsort, hier habe ich meine Ruhe und schon so oft gelacht und geweint, bin in die Traumwelten eines Pratchett, Moers oder einer Rowling abgetaucht, habe panisch Lateinvokabeln und Physikformeln gelernt. Aber ein ähnliches Zimmer, nur kleiner, hatte ich bis vor zehn Jahren auch in Hannover – ist Heimat wirklich nur ein Ort?

Als ich gestern Abend vom Roadtrip wiederkam, lagen da ein Briefe von Freunden, einer liebevoller als der andere. Alle sprechen von Vorfreude auf meine Rückkehr, von Plänen, von Zuneigung und Liebe. Verabredungen zum Frühstück sind auch schon getroffen… Dass ich mich darauf freue, meine Freunde wiederzusehen, ist wohl hochgradig verständlich. In den vergangenen acht Monaten sind mir einige so sehr ans Herz gewachsen, dass ich es weder erwarten kann, sie wiederzusehen, noch möchte ich sie jemals hergeben. Manchmal bin ich vor Dankbarkeit fast sprachlos. Aber Freunde habe ich auch anderswo gefunden – Steffi, Myriam, Tobi und Robert, Luisa und Samuel… Die Liste ist lang. Zu ihnen zu fahren wäre trotzdem nicht wie nach Hause zu kommen, bei ihnen sein nicht wie Zuhause sein.

Dann aber die Familie? “Ich freu mich auf zuhause.” – “Und zuhause freut sich auf Dich.” Und warum das? Weil sie mich kennen, wertschätzen und lieben. Merke wohl: Sie kennen mich – und lieben mich trotzdem. Sie kennen mich gut genug, um zu wissen, dass diese Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, und dass schon einiges geschehen müsste, um das zu ändern. Das beruht auf der einen Seite auf etwas, das man unausgesprochene Vereinbarung nennen kann -wir sind immerhin eine Familie-, aber auf der anderen Seite auf dem, was diese Familie neben allen gesellschaftlichen Regeln zusammenhält, und das sind ein Stück weit auf Erinnerungen.

Erinnerungen an die großen Momente, die einer Beziehung ihren Rahmen geben, Erinnerungen an die kleinen Momente, die ihr Tiefe verleihen. Eine Macke in der Tür? Die Jüngste ist beim Rennen gestolpert. Der Anblick der offenen Badezimmertür? Der Älteste hat sich das erste Mal (behauptet er) nach einer Party so richtig übergeben. Ein kleines Holzkreuz im Garten? Das erste Meerschweinchenbegräbnis. Gute und nicht so gute Erinnerungen, wohin man sieht. Aber auch die schlechten (zerbrochene Fenster, übertretene Regeln, wüste Streitereien) sind Teil des großen Ganzen, das die Familie und eine Heimat ausmacht. Und wo eine Familie ist, sind immer auch Freunde, die durch Taten, Worte, durch pure Anwesenheit zu den Erinnerungen beitragen.

Heimat ist also mehr als ein Ort oder eine Ansammlung von Menschen – es ist der Raum dazwischen, wo nicht nur glückliche Erinnerungen sind, sondern alle. Heimat ist, wo Erinnerungen lebendig werden und meine Geschichte erzählen. Heimat ist die Menge von Erinnerungen und Liebe derer, mit denen ich sie teile.

Ob das nur mir so geht, weiß ich nicht. Aber die Tatsache, dass ich morgen an den Ort zurückkehre, an dem die Erinnerungen am stärksten sind, dass ich dort erwartet werde von denen, die meine alten Erinnerungen teilen, macht mir keine Angst. Aber die Tatsache, innerhalb von 24 Stunden aus meiner AuPair-Backpacker-Weltenbummler-Umgebung gerissen zu werden und wieder in den Alltag voller alter Erinnerungen gesteckt zu werden, das mag ich gar nicht. Wer außer mir war denn da und kann mir beweisen, dass meine Erinnerungen kein Traum sind?

Posted by: das Mopf | April 26, 2009

Aber ich will nicht nach Hause!

Na, wer hätte das gedacht? Nach acht Monaten im Land der „Four Seasons in a Day“, im Land der Kiwis, der Maoris und unbegrenzten Schafe (und jetzt bin ich auch davon überzeugt, dass es davon 40 Millionen gibt), in denen ich viel erlebt und gesehen, so viele Leute kennen und schätzen gelernt habe, in denen ich mich so verändert habe – wer hätte da gedacht, dass ich dieses Land so vermissen würde? Klar, ein bisschen, sicher, aber in Gedanken hab ich die, die um Abreise so ein Drama gemacht haben, nicht verstanden. Jetzt möchte ich mich am liebsten am nächsten Zaun festketten und wäre glücklich, dort zu bleiben. Der Gedanke an Abfahrt verursacht bei mir Bauchschmerzen und immer wieder denke ir: „Das ist das letzte Mal, dass Du … (Wellington/Mt Ruapehu/so viele Schafe auf einen Haufen) siehst.“ Klar, ich muss und ich werde eines Tages wiederkommen, aber bis dahin bleibt mir nur, von den Erinnerungen zu zehren.

Das ist überhaupt das Schlimmste, dass außer den Bildern im Kopf und auf der Kamera (fast) kein Beweis existiert, dass ich hier war. Jamie Cullum sang mal „Nichts ist ganz sicher, außer unseren Erinnerungen“, und iohne die wäre ich ehrlich aufgeschmissen und wüsste wohl auch nicht, wie ich mir oder meinen Eltern die Blume da auf dem Schulterblatt erklären sollte.
Auf der anderen Seite – meine Reise war perfekt, von Anfang bis Ende. Die Orte, die Leute, die großen und kleinen Momente, die Erlebnisse, die Route – nichts würde ich ändern wollen, und wenn ich ehrlich bin, würde ich die Reise auch nicht wiederholen wollen (nicht mal genau so, wie sie war), aus Angst, die perfekten Momente und Erinnerungen kaputt zu machen. Abgesehen von alldem wird hier Herbst -einige Bäume haben schon gar keine Blätter mehr- und daheim allmählich Sommer, da finde ich den Tausch natürlich mehr als angenehm. Trotzdem, wenn ich mich nicht schon im Vorfeld aus einem sehr guten Grund fürs Heimkommen entschieden hätte, hätte auch der Winter mich nicht vom Bleiben abgehalten; aber jetzt freue ich mich sehr auf Siegfried, Maren, Christian und Terea, Alex, Laura, Caro und 75 andere KJO-Mitglieder – und auf den Tschaikowski.

Und um mal zu zitieren, was ich so oft sage, wenn ich nach Freunden und Familie gefragt werde: „Klar freu ich mich auf die, aber es wäre schon cooler, wenn sie einfach herkommen könnten.“

Posted by: das Mopf | April 25, 2009

Ein Zuhause

Hostels werben ja oft mit ihrem Ambiente und damit, ein „zuhause weit weg von zuhause“ zu sein. Mag ja alles sein, aber auch die kleinsten und gemütlichsten Hostels richten einem nicht das Queensizebett im En-Suite-Zimmer, decken einen mit griechischem Ostergebäck ein, holen das Gepäck von der letzten Schlafstatt ab und veranstalten eine Ouzo-Verkostung am frühen Nachmittag. Maria ist und bleibt eben einfach die Beste.

Posted by: das Mopf | April 24, 2009

Wieder einmal Wellington

Nach einer chaotischen Kreuz-und-Querfahrt über Neuseelands Nordinsel auf der ich, wie könnte es als Backpacker auch anders sein, sehr nette Menschen getroffen habe, war es an der Zeit, wieder einmal nach Wellington zurückzukehren. Nach vier Stunden Busfahrt, die mich durch schon bekanntes Gebiet brachte (Napier – Palmerston Norh – Wellington), kam ich abends recht fertig in der Hauptstadt meines Lieblingslandes an, und die Dösigkeit sollte mir am nächsten Morgen noch eine böse Überraschung bescheren: Ich hatte das Bett im Hostel offenbar nur für eine Nacht gebucht, und bis auf ein 60-Dollar-Einzelzimmer war das Hostel in der Folgenacht ausbucht. Die freundlichen Angebote eines Kochs und eines Brasilianers, ihre Betten zu teilen, konnte ich leider nicht so richtig für voll nehmen, aber es gab ja zum Glück noch eine Möglichkeit: Maria. Zu der spazierte ich erstmal hin, und dann war sie sogar so lieb, mit dem Auto meinen Rucksack vom Hostel abzuholen. Das Bett war auch schon gemacht, als ich kam, und nach einer Ouzo-Verkostung mit Kräckern und den Simpsons (auch unsere durchorganisierte Maria muss sich ab und zu prokrastinieren, sollte sie doch eigentlich die Überreste der vorabendlichen Feier beseitigen – aber dabei hatte sie den Ouzo gefunden, und der war ja auch ein Überrest) gab es auch schon wieder Abendessen. Und zum Abschied am nächsten Morgen gab es noch ein Dutzend ihrer besten Sesamstangen, die frischer und besser nicht hätten sein könnten.

Posted by: das Mopf | April 23, 2009

Napier: Unverhofft kommt oft.

Denn mit Nicole hatte ich ja nun wirklich nicht gerechnet, und ohne sie wäre ich so leicht nicht nach New Plymouth und Wanganui gekommen, und schon gar nicht nach Napier. Diese Stadt nämlich liegt am Pazifik und ist als Art-Deco-Ort bekannt, was sich in der Architektur widerspiegelt… Angeblich. Ich hab ja keine Ahnung davon. Als Örtchen ist Napier aber total süß, lauter kleine Geschäfte und, weil es abgesehen von denen in eigentlich fast jeder neuseeländischen Stadt so aussieht, Palmen. Der Strand besteht zwar aus Steinen, eignet sich aber aufgrund seiner Lage an der Ostküste ganz hervorragend zum Sonnenaufganggucken. Neben dieser fotogenen Seite hat Napier außerdem noch ein Aquarium, in dem sich nebe Fischen und Tuataras (eine Echsenart, deren restliche Gattung ausgestorben ist) auch Kiwis finden lassen. Oder einer, aber immerhin. Ich hab einen Kiwi gesehen! Der konnte auch nicht wegfliegen, stolzierte dafür auch sehr niedlich in seinem Gehege durch die Gegend und machte alles in allem einen eigentlich sehr niedlichen Eindruck. Zum Knutschen, diese Tierchen! Okay, sie haben komische Barthaare um den Schnabel und komische Federn, aber das kompensieren sie mit ihrem graziösen und gradezu anbetungswürdig elegantem Gang. Wer schonmal „Asterix erobert Rom“ gesehen hat und sich an den taubenhaften Schreiberling erinnert, der hat ein recht lebhaftes Bild eines Kiwis vor Augen.
An dieser Stelle als möchte ich alle meine Vorurteile gegenüber Kiwis zurücknehmen und sagen: Kiwis sind Kiwis, und Schafe sind Schafe, und das eine ist nicht besser als das andere.

Posted by: das Mopf | April 21, 2009

Wie heißt’n der Berg jetzt?

Und die Antwort ist aus integrationstechnischen Gründen nicht Mt Egmont, sondern Mt Taranaki. Und weil wir noch nicht genug Muskelkater vom Tongariro Crossing hatten, wurde auch dieser Berg, der mal für den japanischen Fuji in „The Last Samurai“ Double gestanden hat, von uns erklimmt. Zwar nicht bis ganz oben hin, aber doch weiter als geplant, weil wir nämlich die Abzweigung zum Loop Track verpasst und damit den Gipfelweg genommen hatten. Dafür hatten wir von da oben eine tolle Aussicht mit Blick auf die Mts Tongariro, Ruapehu und Ngauruhoe (alias Mt Doom) – glauben wir jedenfalls.

Posted by: das Mopf | April 20, 2009

Chancen muss man nutzen…

… und darum bekam ich auch anstandslos mein Geld in Taupo wieder. Was war passiert? Nach dem Tongariro Crossing hatte ich beschlossen, eine Nacht länger in Taupo zu bleiben, um mal wieder Wäsche zu waschen und überhaupt mal auszuspannen. Diese Pläne aber wurden durchkreuzt, und zwar von Nicole, die gewillt war, mit mir zusammen nach New Plymouth und von da aus nach Napier zu fahren – gesetzt den Fall, ich käme eben doch schon morgen mit und ließe dafür meinen „freien“ Tag sausen. Das lässt man sich doch nicht zweimal sagen, denn immerhin hat Nicole ein Auto; geteilte Spritpreise kommen vermutlich auf Gleiche raus wie Buspreise und abgesehen davon ist Nicole ein netter Mensch. Jetzt komme ich sogar noch an die Ostküste der Nordinsel und nach Wanganui – und damit hätte ich ja gar nicht gerechnet.

Posted by: das Mopf | April 19, 2009

Sympathy for Frodo

I didn’t really have much sympathy for Frodo from Lord of the Rings. He always appeared tp be a crybaby, one who suffers with passion, always saying „Sam, I can’t do that, Sam, it’s so hard, Sam, I’m afraid, Sam…“ It’s an actual surprise Sam stil went with him, instead of leaving him somewhere (Shelob would have been perfect to dispose of Frodo, especially since since Sam already was on his way back home) and then lead a perfectly peaceful live.

However, after doing the Tongariro Alpine Crossing, I do think differently of Frodo. The mountain is shit to climb and steep and full of gravel and debris. Frodo didn’t have that awful lot of stuff to carry (sunscreen proved to be unnecessary, though). He didn’t slip and almost fall off the slippery ground right back down to be Red Crater, and he could probably look farther than maybe fifty meters because of the clouds. He could move his fingers, because they weren’t stiff with cold, he hadn’t had moisture dripping from his face and hair. And Frodo also didn’t have that nice landscape, though our weather was pretty cloudy, cold and windy. He didn’t have eggs, apples, bananas and bread with him, he didn’t have a Ketetahi Hut to regain his strength and a wonderful busdriver to bring him back home. (He did have eagles, though.) Oh, and he didn’t have a nice friend to share her cookies with him (because Gollum threw them all away, of which we had vivid evidence right on the track.)

All in all, I really enjoyed the Tongariro Track, also because of the company. I just met Nicole when waiting for the shuttlebus, and since we both would have walked alone otherwise, we took the 7-hours hike together. The first hour or so was quite alright, as it was only going slightly uphill, but after that we got to the „Devil’s Staircase“, a pretty long section that winds uphill and consists of steps and debris. It almost took us an hour to get up to the Red Crater which actually is flat like a pancake. And here the bad weather started, with clouds gathering and the wind getting stronger and harsher. Still, after climbing the staircase, it was good to go straight for a while. It was only a short while, though, as soon we reached the Red Crater Ridge. It’s the second steep part of the Crossing, which at that time was already pretty slippery: The clouds had moistened the ground and I slipped in the clay quite at least twice. Luckily, there were enough helpful hands reaching out. It took us another hour and several breaks to get to the Emerald Lakes, but due to the weather conditions we had to keep the breaks short. I can’t really recall how long it took us, but we we’re pretty exhausted when we finally reached to Ridge’s top from where we could see the Lakes. Or rather, see some spots and guess from the distinctly blueish colour that those must’ve been the Emerald Lakes. The next part, finally going downhill, was slippery with gravel and debris and pretty hard to descend, also because the wind had us blowing from one side to the other, the clouds and slight rain caught in our eyes, hair and clothes, and some small bits got into my eyes and under the contacts. We got down, though, arm in arm like old ladies, sharing a pair of gloves to keep our hands from freezing. My fingers actually were so stiff with cold that I couldn’t move them, which was a very uncomfortable feeling. As we got down to the very Lakes, the wind had somewhat ceased and we could at least appreciate the colour – we weren’t able to see the far end, though. The busdriver told us that „if you can’t see the lakes anymore, you’ve done all the hard work for the day“, but that probably only counts on sunny days. Still, after one more uphill-part, we had finally made it, we finally had reached the last top of the day and made our way to the Ketetahi Hut. We lingered there for lunch and bathroom, but not for very long, because our clothes were wet and our fingers cold, so we had to keep ourselves warm by walking. We got out of the clouds eventually, and even though the sun still was covered in them, it got warmer bit by bit. After an hour along tussock and bushes, we got into a forest quite like Abel Taz and, after another hour, we suddenly got off the forest and right onto the carpark. We made it! 19.4km lay behind us, and though the weather hadn’t been as great as I had hoped, it was just great. And luckily we didn’t postpone it to tomorrow, because on the bus back we were told that all shuttles were cancelled for the next days – the weather had changed so much. I so feel like an old woman by now, but it’s just worth it; Tongariro is so beautiful in its own way, and I just enjoyed the scenery and even the climbing. On the steep part downhill, just before the Emerald Lakes, I had to start giggling because I had so much fun slipping and tumbling down the way with my feet sinking into the debris up to the ankles!

Posted by: das Mopf | April 17, 2009

Sitting, Waiting, Wishing

Das wirklich Witzige daran, dass ich grade in Hamilton an der BP-Tanke sitze und darauf warte, dass Caro mich aufsammelt, ist meine größte Sorge: Hat das Hostel in Rotorua mein Bett freigehalten? Weder die Uhrzeit (halb neun im seit zwei Stunden Dunklen) noch die Autos und Menschen hier können meiner guten Laune was anhaben oder mir Angst machen. Alles, was ich brauche -Kleidung, Wertsachen, Schokolade und genug Werbetafellicht zum Lesen- habe ich, und ich könnte genauso gut in Detmold auf den Bus warten. (Weil ich ja auch in Detmold so viel Bus fahre…) Ob mich das stutzig machen sollte, darüber bin ich mir noch nicht ganz schlüssig, aber es zeigt mir, dass die letzten sechs Wochen ihren Zweck allemal erfüllt haben, mich nämlich zuversichtlicher und selbstbewusster zu machen. Nach den beiden wenig schönen Nächten in Te Araroa und Palmerston North habe ich offenbar meinen Mut wiedergefunden, und er scheint in meiner Abwesenheit sogar noch ein Stück gewachsen zu sein, was mich sehr stolz macht. Es ist wohl sowohl den abendlichen Steffi-Gesprächen zu verdanken, als auch den Menschen, die wir getroffen haben und die zu der wunderbaren Zeit beigetragen haben – verändert habe ich mich allemal, und das zum Guten, wie ich finde. Neben einer wunderschönen Landschaft in Neuseeland habe ich außerdem neue Seiten an mir selbst entdeckt, von denen ich vorher gar nicht wusste, dass sie existieren, unter anderem die Reiselust: Da steht zum Beispiel Japan auf dem Plan, Kanada, Schweden, New York und der Biggesee.
Jetzt bleibt mir nur noch zu wünschen, dass meine Begeisterung und die Freude am Leben weiter anhalten und ich noch ganz viel von der Welt zu sehen bekomme.

Posted by: das Mopf | April 17, 2009

Abschied

Nachdem Steffi und ich sechseinhalb Wochen zusammen Neuseeland unsicher gemacht, wunderschöne Landschaften bestaunt und großartige Menschen kennengelernt hatten, war es hier und heute an der Zeit zum Abschiednehmen. Steffi und ihre Familie nehmen den Motorway nach Auckland und von da aus den Flieger nach Australien, während mein Weg mich über Tongariro und New Plymouth zurück nach Wellington führen wird. Auf dem Hamiltoner Supermarkt-Parkplatz wurden ein letztes Mal Fotos von Kameras auf USB-Sticks gezogen, Sachen ein-, um- und aussortiert, Drücker und Küsschen verteilt, auf T-Shirts unterschrieben und wehmütig an die zurückliegende Zeit gedacht. Danach eskortierte Steffi mich ins iSite, wo ich auf Caro warten sollte, drückte mich mehrfach herzhaft und machte sich dann auf den Weg nach Auckland.

Alleine zu reisen hat zwar ganz sicher seine Vorteile, auch wenn man kein Auto hat – man muss sich nicht absprechen, kann tun und lassen und essen, was man will, und ist darüber hinaus nicht immer mit den selben Leuten umgeben, aber abgesehen davon fällt mir kein Grund ein, nicht darüber traurig zu sein, dass Steffi nicht mehr bei mir ist. Immerhin haben wir irre viel zusammen erlebt und gemacht und gesehen, und an sie und ihre ganze Art hab ich mich auch sehr gewöhnt – mal hoffen, dass Japan („Franzi, wo willst Du unbedingt mal hin?“ – „Japan.“ – „Du bist die erste, die das sagt! Lass uns zusammen fahren!“) klappt und ein voller Erfolg wird.

Posted by: das Mopf | April 17, 2009

Heißes Wasser, kaltes Wasser

Was man unbedingt mal gemacht haben sollte, wenn man in Neuseeland unterwegs ist, das ist, dem Hot Water Beach von Hahei auf der Coromandel-Halbinsel einen Besuch abzustatten, und zwar bei Ebbe und mit Spaten. Dann nämlich kann man sich ein Loch buddeln, das sich mit heißem Wasser aus dem Boden füllt, sodass man seine eigene Badeanne hat.

Weil Ebbe schon vorbei war, als wir abends ankamen, musste das Unternehmen auf den darauffolgenden Morgen verschoben werden, was hieß, dass wir um fünf Uhr aufstehen mussten – um sechs war nämlich Fluttiefstand. Durch die frühe Uhrzeit aber vermieden wir nicht nur die fürchterlichen Menschenmassen, sondern hatten auch noch einen traumhaften Sonnenaufgang. Sonnenauf- und -untergänge kann ich mir ja sowieso immer wieder angucken und werde des Staunens einfach nicht müde. Der Anblick weckte mich auch in Coromandel spätestens vollends und ließ mich die ganze Heiß-Wasser-Geschichte vergessen, weil ich zum Glück auch meine Kamera mithatte, sodass ich mit den Füßen im von unte warmen Sand stand und den Anblick festhalten konnte. Auch fünf Uhr war aber anscheinend zu spät, denn kaum hatten Steffi und ihre Schwester Julia das Buddeln angefangen, kamen die Flutwellen im Minutentakt und überschwemmten die frischgebuddelt Löcher und deren Sandschutzdämme, sodass wir irgendwann aufgaben und zu Haheis zweiter Attraktion fuhren, der Cathedral Cove, einem riesigen ausgehöhlten Felsen. Wenn ich raten müsste, würde ich auf 15-20 Meter Höhe und zehn Meter Länge tippen, auf jeden Fall ist es ziemlich beeindruckend. Von der Cathedral wurden natürlich obligatorischen Fotos gemacht und auch der dahinterliegende Fels, der wohl in „Narnia“ seinen Auftritt hat, wurde gebührend respektiert; noch während der Becker’schen Familienfotos aber schlugen die Wellen so hoch, dass wir Jacken, Schuhe und Kameras retten mussten und fast nicht mehr durch die Cove gekommen wären.

Die Fahrt nach Hamilton war kurvig und steinig, denn wir fuhren mitten durch die Halbinsel über eine unbefestigte Straße, vorbei an Kauribäumen und Regenwald. Kauribäume wurden früher von den Maoris als Basis für Kanus genutzt und waren damals häufig anzutreffen, bis es zum reinsten Abschlachten kam und die Riesenbäume unter Naturschutz gestellt wurden.

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