Posted by: das Mopf | December 20, 2008

Zeitverschiebung.

Drei Monate lang ging es gut. Dann kam er, aus heiterem Himmel: Der Hass auf die 12-Stunden-Zeitverschiebung.
– Man kann niemanden mal so eben spontan anrufen. Wär sowieso zu teuer. Frauke zu ihrem Geburtstag zu erreichen, das grenzte an eine Meisterleistung, und war darüber hinaus nur dem Zufall ihrer zwei Freistunden und ihrer Anwesenheit bei einem bekannten Sofortnachrichten-Dienst zu verdanken. Da dachte ich mir so: “Jetzt ist es halb 12, sie hat bestimmt bis eins Schule und ist dann wohl so um Viertel vor 2 zuhause… Uaah, noch so lang wachbleiben.” Wenn ich zuhause mit meiner ganzen Familie reden will, bleibt mir ein Zeitfenster von vielleicht fünf bis zehn Minuten, beginnend so gegen halb sieben Uhr abends (also unser halb sieben Uhr abends). Dann ist Papa noch nicht aus dem Haus, Mama eben aus der Dusche raus und die Jungs schon wach. Und generell ists mit “ein oder zwei Stunden warten” und dann nochmal anrufen in aller Regel auch Käse, weil es dann beim einen oder anderen nach Mitternacht ist.
– Wenn man mit jemandem chatten will, geht das in seltenen Fällen länger als eine Stunde am Stück. Dann heißt es von der einen oder anderen Seite: “Du, hier ists schon spät… Ich muss dringend ins Bett.” Bei einigen Menschen kann man das auf drei, vier, manchmal sogar fünf Stunden ausdehnen, aber der Gedanke bleibt: “Wenn ich jetzt zuhause wär, wär ich nicht so müde und könnte die schönsten, blödesten, flapsigsten Kommentare machen… Aber da bin ich jetzt zu müde für. Und ins Bett muss ich eigentlich auch schon seit zwei Stunden.” Besonders schlimm: Wenn man sich anmeldet und jemanden sieht, mit dem man jetzt gerne reden möchte – und der sich dann einfach vom Acker macht. Gut, das kann einem auch zuhause passieren. Aber so ist es einfach ungleich ärgerlicher, weil man diese Person unter Umständen erst eine Woche später sieht und nicht mal eben eine SMS schreiben kann. Oder weil man nicht mal eben “eine oder zwei Stunden warten” kann und guckt, ob der oder die dann vielleicht da ist, weil es dann schon nach Mitternacht ist und man am nächsten Tag um halb sieben aus dem Bett fallen muss.

Und vielleicht ist es an der Zeit für mich, mir etwas einzugestehen.

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