Posted by: das Mopf | March 28, 2009

Der Spruch des Urlaubs

„Ich hab Kiwis gesehen! Und die sind nichtmal weggeflogen!“
Ornithologie scheint man in Berlin eher klein zu schreiben. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Tobi einen Weka für das neuseeländische Nationaltier gehalten hat, bloß leider war Robert nicht da, um ihn über diesen Irrtum aufzuklären, sodass wir erst in Milford den Sachverhalt richtigstellen konnten.
Kurz tabelliert sehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten etwa so aus:

Verhalten – Kiwi: scheu. Weka: dreist
Futter – Kiwi: Würmer, Insekten (und Menschen, sagt Steffi). Weka: Steine, Tannenzapfen, Autogummi
Feinde – Kiwi: Menschen, Possums, Frettchen. Weka: Eigene Dummheit
Aussehen – 20 cm groß, braungefleckt, große gespreizte Füße, spitzer, gebogener, langer Schnabel. Weka: 20 cm groß, braungefleckt, große gespreizte Füße, spitzer, kurzer, kräftiger Schnabel
Flugeigenschaften – Fluglos. Beide. Das erklärt zumindest, warum die dafür gehaltenen Kiwis nicht wegfliegen konnten.

Einen drauf setzte Tobi noch, indem er uns Pinguine präsentierte, die am helllchten Tag auf einem Felsen an der Westküste saßen. (Pinguine gibt’s hier nur an der Ostküste und dort um diese Jahreszeit auch nur nachts). Auch hier musste deprimierend-korrigierend eingegriffen werden, da es sich hierbei um Kormorane handelt, die sich zwar ebenfalls in Küstennähe auffhalten und von Fischen ernähren, im Unterschied zu Pinguinen, Kiwis und Wekas jedoch fliegen können. Das erklärt zwar, warum die „Pinguine“ oben auf dem Felsen sitzen konnten, wirft auf der anderen Seite aber die Frage auf, wie Tobis Erklärung dafür ausgesehen hätte. Der Vesuch einer Beantwortung war für wenigstens eine halbe Stunde Gegenstand einer sehr animiert-amüsanten Unterhaltung auf dem Weg nach Hanmer Springs, die uns wilde Vermutungen aufstellen und Tränen lachen ließ.

Meine Lieblingstheorie ist die einer großen, großen Welle, die zwei oder drei mal am Tag gegen den Felsen schlägt und dabei so hoch schäumt, dass die im Wasser befindlichen Pinguine auf die Felsspitze getragen werden. Ärgerlich ist, wenn man dann, so als Mutter-Pinguin, die letzte Welle verpasst und von unten hilflos mit anhören muss, wie der Filius piepsig den Papa fragt: „Wo ist eigentlich Mama?“, und Papa dann mit der Grabesstimme des Schwarzen aus „Underworld 3“ antwortet: „Die hat die Welle verpasst. Wenn Du Hunger hast, iss Deinen Bruder.“

Insofern, Tobi, vielen herzlichen Dank für die remote Abendunterhaltung.
(Himmel. Ich hätte doch was essen sollen, der Zuckermangel macht mich noch ganz fertig.)

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

Categories

%d bloggers like this: