Posted by: das Mopf | April 16, 2009

Willkomen in Rotorua!

Es stinkt.

Und das hat seinen Grund, denn „Smelly“ oder „Rottenrua“ liegt ganz in der Nähe einer Touristenattraktion: Den Schwefelquellen. Neben dem verbreitenden Gestank sind sie vor allem bekannt für ihre mannigfaltigen Farben bekannt. Das Gelände ist sicher einige Quadratkilometer groß und heißt auf maorisch Waiotapu, wobei sich „wai“ mit Wasser und „tapu“ mit Land übersetzt. Der Schwefel, der sich im Boden befindet, ist also für die Farben und den Gestank verantwortlich und kommt, wenn ich das richtig im Kopf hab, daher, dass bei einem Erdbeben eine Erdspalte aufgeworfen wurde, aus der der Schwefeldampf jetzt kontinuierlich ausströmt. Die Tümpel und Grotten tragen mehr oder weniger anheimelnde Namen („The Bird’s Nest“ liegt direkt neben dem „Devils’s Bath“), und der größte Teich heißt „Champagner Pool“ – angeblich wegen der Farbe. Aber wenn so Champagner aussieht, bleib ich lieber nüchtern. Proportional zur Größe ist auch die nasenbetäubende Dampf-Gestank-Wolke, die dieser See absondert und die die Sicht spontan auf drei Meter beschränkt. Steffis Mutter zufolge ist das der „Duft der großen weiten Welt“, aber hier gilt wie bei der Farbe: Wenn dem so ist, bleib ich lieber zuhause.

Neben den Schwefelquellen gibt es außerdem noch den Lady-Knox-Geysir, der jeden Tag vermittels eines Stücks Seife hochgejagt wird. Seife, um die Oberflächenspannung zu verändern, und dann muss man zwischen zwei und zehn Minuten warten, bis die zehn Meter hohe Fontäne ausbricht. (Unser Erklärbär, der Guide also, nahm die Warterei locker: „Ich passe meinen Vortrag einfach an. Entweder laufe ich schnell weg oder rede langsamer. Das ist okay, wir haben heute viele Australier unter uns.“) Das ist an sich schon eine beeindruckende Sache, allerdings war unerfreulich viel los, sodass wir uns zu guter Letzt nur kurz die Postkartenansicht der Schlammtümpel ansahen. Die riechen ebenfalls appetitlich nach verfaulten Eiern und eben alle paar Sekunden einen spinatartigen Blubb von sich, bloß nicht in grün, sondern graubraunmatschfarben.

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