Posted by: das Mopf | April 26, 2009

Aber ich will nicht nach Hause!

Na, wer hätte das gedacht? Nach acht Monaten im Land der „Four Seasons in a Day“, im Land der Kiwis, der Maoris und unbegrenzten Schafe (und jetzt bin ich auch davon überzeugt, dass es davon 40 Millionen gibt), in denen ich viel erlebt und gesehen, so viele Leute kennen und schätzen gelernt habe, in denen ich mich so verändert habe – wer hätte da gedacht, dass ich dieses Land so vermissen würde? Klar, ein bisschen, sicher, aber in Gedanken hab ich die, die um Abreise so ein Drama gemacht haben, nicht verstanden. Jetzt möchte ich mich am liebsten am nächsten Zaun festketten und wäre glücklich, dort zu bleiben. Der Gedanke an Abfahrt verursacht bei mir Bauchschmerzen und immer wieder denke ir: „Das ist das letzte Mal, dass Du … (Wellington/Mt Ruapehu/so viele Schafe auf einen Haufen) siehst.“ Klar, ich muss und ich werde eines Tages wiederkommen, aber bis dahin bleibt mir nur, von den Erinnerungen zu zehren.

Das ist überhaupt das Schlimmste, dass außer den Bildern im Kopf und auf der Kamera (fast) kein Beweis existiert, dass ich hier war. Jamie Cullum sang mal „Nichts ist ganz sicher, außer unseren Erinnerungen“, und iohne die wäre ich ehrlich aufgeschmissen und wüsste wohl auch nicht, wie ich mir oder meinen Eltern die Blume da auf dem Schulterblatt erklären sollte.
Auf der anderen Seite – meine Reise war perfekt, von Anfang bis Ende. Die Orte, die Leute, die großen und kleinen Momente, die Erlebnisse, die Route – nichts würde ich ändern wollen, und wenn ich ehrlich bin, würde ich die Reise auch nicht wiederholen wollen (nicht mal genau so, wie sie war), aus Angst, die perfekten Momente und Erinnerungen kaputt zu machen. Abgesehen von alldem wird hier Herbst -einige Bäume haben schon gar keine Blätter mehr- und daheim allmählich Sommer, da finde ich den Tausch natürlich mehr als angenehm. Trotzdem, wenn ich mich nicht schon im Vorfeld aus einem sehr guten Grund fürs Heimkommen entschieden hätte, hätte auch der Winter mich nicht vom Bleiben abgehalten; aber jetzt freue ich mich sehr auf Siegfried, Maren, Christian und Terea, Alex, Laura, Caro und 75 andere KJO-Mitglieder – und auf den Tschaikowski.

Und um mal zu zitieren, was ich so oft sage, wenn ich nach Freunden und Familie gefragt werde: „Klar freu ich mich auf die, aber es wäre schon cooler, wenn sie einfach herkommen könnten.“

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