Posted by: das Mopf | April 16, 2009

Willkomen in Rotorua!

Es stinkt.

Und das hat seinen Grund, denn „Smelly“ oder „Rottenrua“ liegt ganz in der Nähe einer Touristenattraktion: Den Schwefelquellen. Neben dem verbreitenden Gestank sind sie vor allem bekannt für ihre mannigfaltigen Farben bekannt. Das Gelände ist sicher einige Quadratkilometer groß und heißt auf maorisch Waiotapu, wobei sich „wai“ mit Wasser und „tapu“ mit Land übersetzt. Der Schwefel, der sich im Boden befindet, ist also für die Farben und den Gestank verantwortlich und kommt, wenn ich das richtig im Kopf hab, daher, dass bei einem Erdbeben eine Erdspalte aufgeworfen wurde, aus der der Schwefeldampf jetzt kontinuierlich ausströmt. Die Tümpel und Grotten tragen mehr oder weniger anheimelnde Namen („The Bird’s Nest“ liegt direkt neben dem „Devils’s Bath“), und der größte Teich heißt „Champagner Pool“ – angeblich wegen der Farbe. Aber wenn so Champagner aussieht, bleib ich lieber nüchtern. Proportional zur Größe ist auch die nasenbetäubende Dampf-Gestank-Wolke, die dieser See absondert und die die Sicht spontan auf drei Meter beschränkt. Steffis Mutter zufolge ist das der „Duft der großen weiten Welt“, aber hier gilt wie bei der Farbe: Wenn dem so ist, bleib ich lieber zuhause.

Neben den Schwefelquellen gibt es außerdem noch den Lady-Knox-Geysir, der jeden Tag vermittels eines Stücks Seife hochgejagt wird. Seife, um die Oberflächenspannung zu verändern, und dann muss man zwischen zwei und zehn Minuten warten, bis die zehn Meter hohe Fontäne ausbricht. (Unser Erklärbär, der Guide also, nahm die Warterei locker: „Ich passe meinen Vortrag einfach an. Entweder laufe ich schnell weg oder rede langsamer. Das ist okay, wir haben heute viele Australier unter uns.“) Das ist an sich schon eine beeindruckende Sache, allerdings war unerfreulich viel los, sodass wir uns zu guter Letzt nur kurz die Postkartenansicht der Schlammtümpel ansahen. Die riechen ebenfalls appetitlich nach verfaulten Eiern und eben alle paar Sekunden einen spinatartigen Blubb von sich, bloß nicht in grün, sondern graubraunmatschfarben.

Advertisements
Posted by: das Mopf | April 14, 2009

Das pro-Palmerston-Erlebnis

Nach unsere ersten und bis gestern einzigen Nacht in Palmerston North überkam Steffi und mich jedes Mal aus gegebenen Gründen das kalte Grausen bei der Erwähnung des Namens. Der einzige Grund, aus dem wir pberhaupt nochmal herkamen, war, dass Palmerston auf dem Weg zwischen Wellington und Taupo liegt und wir die Strecke von etwa 400 Kilometern nicht an einem Tag machen wollten. Der Abend ließ sich in einem heimeligen Hostel mit einer Flasche Sekt in der Badewanne auch sehr gut an, und auch das bequeme Bett und vier Decken trugen ganz erheblich zum Komfort bei. Heute morgen musste ich dann eigentlich nur mal eben in die Innenstadt, und was soll man sagen? Palmerston ist bei Tageslicht und unter der Woche eine unheimlich süße Stadt. So viele Geschäfte, die sich um den innerstädtischen Square tummeln, so viele freundliche Leute und nette Ladenbesitzer, da kann man über eine Nacht mal hinwegsehen, auch wenn Steffi mich dafür Verräterin schimpft. Wieder einmal bestätigt sich, was man dauernd gesagt bekommt, dass man nämlich keine Vorurteile haben soll, weder gegenüber Menschen noch Städten. Auch wenn es aus Gründen der Bequemlichkeit oft ignoriert wird.

Posted by: das Mopf | April 11, 2009

Windy Wellington

… hat uns wieder. Nach vier unheimlich schönen, tollen, (ent-)spannenden, lehrreichen, abenteuerlichen und witzigen Wochen auf der Südinsel ging es vorgestern zurück ins tollste Hostel Neuseelands: Marias heimeliges Haus, wo wir schon im März mit offenen Armen und selbstgemachtem Kuchen empfangen wurden. Wir duften wieder unsere Suite beziehen, die jetzt, wo wir Trish sauber machen, aussieht wie der Auszug aus Ägypten. Wir sind hier mit einem lachenden und einem weinenden Auge – lachend, denn Maria ist wie immer wundervoll und wir freuen uns sehr, hier zu sein; weinend, denn wir lassen die Südinsel hinter uns. Die Südinsel, auf der wir so viel erlebt haben, so viele Menschen kennen und schätzen gelernt haben und die uns vor allem durch ihre Menschenleere* begeistert hat (weniger Einwohner als Auckland!). Alles in Allem finden wir Wellington zwar total schön, zumal es sich wettertechnisch immer wieder von seiner besten Seite präsentiert (windig, aber sehr sonnig), würden aber doch lieber wieder runter in den Süden. Hoffen wir, dass das Wetter so bleibt, damit ich beim Tongariro Crossing in knapp zwei Wochen nicht im Regen stehe.

*und Zweiundvierzig (aka „Das Schaf“) durch seine Schafpopulation begeisterte. Bleibt zu hoffen, dass mein Schatz sich kein Beispiel an „Black Sheep“ nimmt und ich eines Morgens als Zombieschaf aufwache.

Posted by: das Mopf | April 10, 2009

Der trockenste Ort der Nordinsel

Da waren wir angeblich heute – in Martinborough. Hmtja. Das mag für 364 Tage im Jahr gelten, aber wenn man morgens vom Regentropfengetrommel auf dem Autodach wach wird, fällt es schwer, das zu glauben. Martinborough war eigentlich Durchgangsstation auf dem Weg zu den Putangirua Pinnacles (da wurde nämlich „Herr der Ringe“ gedreht) und zum Cape Palliser (Seebären-Gucken und Paua-Muscheln-Sammeln), aber wir hatten irgendwie keine große Lust, unsere Regencapes aus dem Zwei-Dollar-Laden auszuprobieren. Wenigstens die Paua-Muscheln hatten wir schon auf der Südinsel gefunden (ist eh viel schöner da), als wir nämlich „off the beaten track“ auf einem Campingplatz in der Robin Hood Bay geschlafen haben. Nach einem außerordentlich genialen Frühstück, gesponsort von Myriam (Eier mit Zwiebeln und Tomaten, dazu Schokopfannkuchen), wollte ich eigentlich nur ein paar Fotos vom Strand machen, als mir dieses Schild im Weg stand: „Paua Shells“. Viel mehr bedurfte es auch gar nicht, um mich auf die Suche nach diesen wunderschönen Muscheln zu machen, die man im Souvenirshop für 20 Dollar das Stück kaufen kann. Nach Hause werde ich wohl so mit 10 größeren und 10 kleineren Andenken kommen – alle umsonst. Die lebenden werden zu Trüffelpreisen gehandelt: Ein Kilo kostet da locker mal 180 Dollar (80 Euro), deswegen darf man vom Strand auch nur 10 mitnehmen. (Lebende. Tote sind unbegrenzt… Hoffe ich.)

Posted by: das Mopf | April 6, 2009

Analog-Bloggen

Ist, wenn man so will, das, was ich hier mache, indem ich die Gedanken in mein Notivbuch aufschreibe, wenn sie mir in den Sinn kommen, und sie bei Gelegenheit abtippe und blogge. Wobei mir selbst zum Sofort-Schreiben die Muße fehlen kann, sodass halbe Seiten des Notizbuches mit Daten und potenziellen Überschriften versehen sind. Je nachdem, wie viel so passiert (Christchurch zum Beispiel war vollgepropft mit Aktivitäten und Abschieden), dauert es lange bis ewig, bis so ein Eintrag seinen Weg ins Netz findet beziehungsweise überhaupt geschrieben wird. Da braucht es dann schon mal so eine ruhige Nacht auf einem DoC-Campingplatz, um ausführlich zu werden, während Steffi, wie sie es nennt, „von der Liebe liest“, nämlich „Breaking Dawn“.

Obwohl es so seine Zeit dauert, bis man mal wieder was mitkriegt, finde ich es irgendwie besser als hektische, halb-richtige Einträge. Das ist einfach nicht mein Stil.

Posted by: das Mopf | April 5, 2009

Mario Barth war nie Backpacker.

Das merkt man spätestens dann, wenn man sich so richtig über „’nen schönen Klecks Soße“ freut. Mario Barth ist eins unserer Unterhaltungsprogramme, das wir auf langen Fahrten im Auto hören. Im Verlauf seines Programms „Männer sind Schweine – Frauen aber auch“ beschwert er sich langanhaltend darüber, dass Frauen alle Joghurtbecher aufhöben, um dann darin die lächerlichsten Sachen einzufrieren: „Ich habe noch NIE einen Mann gesehen, der von der Arbeit kommt und zu seiner Frau oder Freundin sagt: ‘Schatz, jetzt hätte ich so richtig Lust auf ‘nen schönen Klecks Soße.’…“ Seit wir aber in Springfield auf dem Weg zum Arthur’s Pass (superschön und superwindig) eine Portion Pommes mit Sourcream und Sweetchili-Soße hatten, wissen wir, dass Mario Barth nie im Leben Backpacker gewesen sein kann. Selbst ohne die Pommes waren beide Soßen ein Fest, leben wir doch auf einer Diät aus Käsebrot und Tütensuppen. Und auch eine einzelne Bratkartoffel („Tau mir die Kartoffel auf, Du Sau!“) hat einen ungeheuren Sex-Appeal, wenn man so eine Knolle das letzte Mal vor zwei Monaten auf dem Teller hatte. Überhaupt lässt einen das Backpacker-Dasein viele einfache Dinge viel mehr wertschätzen. Pilze zum Beispiel. Oder, in Steffis Fall, Fleisch, denn sie passt sich im Großen und Ganzen meinem Vegetariertum an (an dieser Stelle ist ein kräftiger Applaus angebracht, bitte). Als wir am Mount Cook plötzlich Paprika angeboten bekamen, hatte die Freude keine Grenzen mehr, denn Paprika ist hier verdammt teuer. Wann wir das letzte Mal Salat hatten, ist schwer zu sagen, vermutlich irgendwann im Februar; und das letzte Mal Eis hatten wir in Wanaka, was in der Nähe von Queenstown und damit locker drei Wochen her ist.

Posted by: das Mopf | April 5, 2009

„Stell Dir vor…

… Du wachst auf und bist ein Weka. Da würd ich doch das Possum machen.“ Und jetzt muss ich mich auch noch dafür rechtfertigen, dass ich das 1. noch weiß und 2. auch noch verblogge. Dabei fasst das eigentlich sehr gut zusammen, was wir grade machen, denn die Wekas, um die es hier geht, gibt es nur an der Westküste (zum Glück), während der Anblick platter Possums schon alltäglich ist. Und an die Westküste sind wir heute über den Arthur’s Pass wieder gefahren. Kaum in Greymouth angekommen, steht eins dieser unsäglichen Hühner am Wegesrand und reißt Steffi zu obigem Kommentar hin. Zum Glück gibt es diese Vögel schon hier am Lewis Pass nicht mehr, sodass wir beruhigt auf unserem DoC-Campingplatz schlafen können.
DoC, das ist das „Departement of Conservation“, das für die Erhaltung der neuseeländischen Schönheit zuständig ist und überall (naja, fast) Campingplätze errichtet hat, die in drei Kategorien unterteilt sind: Serviced (14$/Nacht), Standard (6$) und Basic (kostenlos). Frei nach dem Prinzip, dass man das bekommt, wofür man zahlt, ist unser Basic-Platz mit einem stinkenden Klo und fließendem Wasser in Form eines Baches ausgestattet. Aber immerhin schmeißt uns keiner um zehn Uhr morgens raus, was wir als Anlass nehmen, endlich mal richtig auszuschlafen… im Auto.

Posted by: das Mopf | April 3, 2009

Go Crusaders!

Seit vorgestern sind wir jetzt in Neuseelands zweitgrößter Stadt Christchurch (Wellington hat weniger Einwohner), und für Felix’ und Samuels letzten Abend auf der Südinsel gabs ein Abschiedsgeschenk: Ein Rugbyspiel. Es traten an: Bulls (Südafrika) vs Crusaders (Neuseeland). Das ist so ‘ne Art Championsleague und beileibe keine Weltmeisterschaft, deswegen war der generelle Andrang auch nicht so doll. Im Gegensatz zur Begeisterung im Hostel! Da hatte unsere liebe Karen gleich mal eine Umfrage gestartet, wer noch so alles mitwill, weil sie übers Internet günstiger an die Karten kommt, und schwupps waren wir ein gutes Dutzend Leute, die sich im kostenlosen Shuttlebus um Karens Crusaders-Schwert drängten. Zwar machen die Crusaders nicht so einen Bohei um ihre Spiele und jagen dem Gegner mit Haka einen Schreck ein, aber dramatische Musik und berittene Soldaten (die allerdings nicht mitspielen) haben auch einen ganz netten Effekt und führten sicherlich teilweise zum 10:0 in der ersten Halbzeit. Das halbfertige Stadion, dem sowohl eine vierte Seite als auch ein Dach fehlen (weswegen es in den zweiten vierzig Minuten recht kühl wurde) war dann letztlich auch Kulisse für einen 16:13-Sieg der Crusader, und obwohl ich hinterher mit Bauchschmerzen und eine Wärmflasche im Bett lag, hatte ich doch meinen Spaß, vor allen an den eisernen Crusaders-Fans, die mit Körperbemalung in Form von orangen Trikots und Hüten in Form von Tui-Sixpack-Kartons eine La-Ola-Welle nach der nächsten zu starten versuchten und regelmäßig an den indignierten Dauerkartenbesitzern drei Blocks weiter scheiterten.

Posted by: das Mopf | April 1, 2009

„Ende des Monats bist Du schon wieder zu Hause!“

Das ist eine Information, die Backpacker beim Reisen nicht gebrauchen können!

Da ist man so weit von zuhause weg wie es nur irgend geht, genießt das Leben in vollen Zügen und im Auto und lernt die tollsten Menschen kennen, mit denen man die blödesten Filme gucken kann (Black Sheep!), und dann wird man so auf den Boden der Tatsachen zuirückgeholt. Umso schlimer, als dass es auch noch wahr ist. Und viele unserer Mit-Backpacker hier in Christchurch sind just dieses Wochenende von CHCH nach AKL geflogen und machen sich von da aus zu 50% auf den Weg nach Australien und zu 50% auf in die Heimat; der arme Dave war der einzige in unserem 6er-Dorm, der nicht ging und mache einen recht geknickten Eindruck. Dabei ist es bei so einer lieben und großartigen Hostelleitung schon schwer, Trübsal zu blasen…

Steffi und ich tingeln bis Ende der Woche nach Wellington und nehmen von da aus Kurs auf Auckland, wo unsere Wege sich trennen, weil meine perfekte Reisebegleitung die Kängurus knuddeln geht, während ich noch eine Woche über die Nordinsel reise und dann am 26. mit dem Zug von Wellington nach Auckland fahre. Da holt mich meine Familie dann wohl hoffentlich vom Bahnhof ab, die mich wohl am 28. auch am Flughafen verabschiedet; meine andere Familie schließt mich dann etwa 30 Stunden später am Detmolder Bahnhof wieder in die Arme. Hoffe ich.

Posted by: das Mopf | March 31, 2009

Steffi macht den Mount Cook

Und das ist auch gut so, denn anders hätten wir Neuseelands größten Berg nicht gesehen. Auf unserer fünfstündigen Wanderung von Aoraki Richtung Aussichtspunkt hätte dieser Berg, der auch als Mount Wölf bekannt ist, theoretisch die ganze Sicht dominieren sollen – was er wohl auch getan hätte, wäre er nicht selbst von Wolken dominiert gewesen. Die Wanderung war trotzdem gut (außerdem wurden uns Paprika geschenkt, da kann man nicht meckern), und ganz abgesehen davon sieht Aoraki ein bisschen aus wie die Pelennorfelder aus „Herr der Ringe“. Dazu kommt, dass ich die Mounts Cook und Tasman schon beim Skydiven von oben gesehen hatte und damit allen anderen ein ganzes Stück voraus war, selbst wenn man beim Skydiven selber von seiner Umgebung nicht besonders viel mitbekommt, weil das Fallgefühl irgendwie wichtiger ist als so ein paar blöde Felsbrocken.

Posted by: das Mopf | March 29, 2009

Schokolade und Pinguine

Was die gemeinsam haben? Das gabs beides nicht für uns, zumindest nicht so in den Maßen, die wir uns gewünscht hätten. Der Besuch in der Schokoladenfabrik Cadbury World, was hier eine sehr bekannte Marke ist, beinhaltete leider nicht die Tour durch die Fabrik, sondern lediglich eine unbefriedigende Infotour und einen kleinen Beutel Schokolade (von der ich die Hälfte nicht essen kann, weil da Gelatine drin ist). Immerhin gabs im anschließenden Laden die großen Viertelkilo-Tafeln für umgerechnet 1,70€, sodass sich wenigstens das gelohnt hat. Nach einem ruhigen Nachmittag in der Innenstadt, in dessen Verlauf ich mal wieder auf dem Rasen einschlief, was aber kein Wunder war, weil ich in der vorangegangenen Nacht erst um fünf im Bett war (dass man mit Flipflops und Wolljacke in Clubs gelassen wird, spricht an dieser Stelle sehr für die Mentalität der Kiwis), trafen wir uns mit Tobi und Robert zum Pinguine-Gucken – blaue Pinguine, das sind die kleinsten. So um halb 8 abends ging es schon recht fröstelig runter ans Wasser, wo wir dann etwa eine Stunde standen, ohne etwas zu sehen – außer Möwen und ganz gelegentlichen Seelöwen. Vielleicht haben wir Albatrosse gesehen, aber sicher sind wir uns auch da nicht, weil das genauso gut große Möwen hätten sein können.

Posted by: das Mopf | March 28, 2009

Der Spruch des Urlaubs

„Ich hab Kiwis gesehen! Und die sind nichtmal weggeflogen!“
Ornithologie scheint man in Berlin eher klein zu schreiben. Anders kann ich mir nicht erklären, dass Tobi einen Weka für das neuseeländische Nationaltier gehalten hat, bloß leider war Robert nicht da, um ihn über diesen Irrtum aufzuklären, sodass wir erst in Milford den Sachverhalt richtigstellen konnten.
Kurz tabelliert sehen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten etwa so aus:

Verhalten – Kiwi: scheu. Weka: dreist
Futter – Kiwi: Würmer, Insekten (und Menschen, sagt Steffi). Weka: Steine, Tannenzapfen, Autogummi
Feinde – Kiwi: Menschen, Possums, Frettchen. Weka: Eigene Dummheit
Aussehen – 20 cm groß, braungefleckt, große gespreizte Füße, spitzer, gebogener, langer Schnabel. Weka: 20 cm groß, braungefleckt, große gespreizte Füße, spitzer, kurzer, kräftiger Schnabel
Flugeigenschaften – Fluglos. Beide. Das erklärt zumindest, warum die dafür gehaltenen Kiwis nicht wegfliegen konnten.

Einen drauf setzte Tobi noch, indem er uns Pinguine präsentierte, die am helllchten Tag auf einem Felsen an der Westküste saßen. (Pinguine gibt’s hier nur an der Ostküste und dort um diese Jahreszeit auch nur nachts). Auch hier musste deprimierend-korrigierend eingegriffen werden, da es sich hierbei um Kormorane handelt, die sich zwar ebenfalls in Küstennähe auffhalten und von Fischen ernähren, im Unterschied zu Pinguinen, Kiwis und Wekas jedoch fliegen können. Das erklärt zwar, warum die „Pinguine“ oben auf dem Felsen sitzen konnten, wirft auf der anderen Seite aber die Frage auf, wie Tobis Erklärung dafür ausgesehen hätte. Der Vesuch einer Beantwortung war für wenigstens eine halbe Stunde Gegenstand einer sehr animiert-amüsanten Unterhaltung auf dem Weg nach Hanmer Springs, die uns wilde Vermutungen aufstellen und Tränen lachen ließ.

Meine Lieblingstheorie ist die einer großen, großen Welle, die zwei oder drei mal am Tag gegen den Felsen schlägt und dabei so hoch schäumt, dass die im Wasser befindlichen Pinguine auf die Felsspitze getragen werden. Ärgerlich ist, wenn man dann, so als Mutter-Pinguin, die letzte Welle verpasst und von unten hilflos mit anhören muss, wie der Filius piepsig den Papa fragt: „Wo ist eigentlich Mama?“, und Papa dann mit der Grabesstimme des Schwarzen aus „Underworld 3“ antwortet: „Die hat die Welle verpasst. Wenn Du Hunger hast, iss Deinen Bruder.“

Insofern, Tobi, vielen herzlichen Dank für die remote Abendunterhaltung.
(Himmel. Ich hätte doch was essen sollen, der Zuckermangel macht mich noch ganz fertig.)

Die waren in Milford tatsächlich fast überall, zumindest fühlte es sich für uns so an. Felix aus Hamburg und Samuel aus der Schweiz hatten wir in Westport schon kennengelernt und zwangsläufig in Milford Sounds wiedergetroffen (denn Piopiotahi, wie die Maori die Fjordlandschaft nennen, hat nur ein einziges Backpackerhostel); dazu kam dann noch Myriam aus Stuttgart sowie Tobi und Robert, zwei Berliner. Die Hostelleitung steckte uns dann auch gleich alle in eine Zeltplatzecke, und abends saßen wir noch beieinander, teilten unser Essen und später auch die Phase-10-Karten, was sich bei sieben Leuten als ein sehr intressantes Spiel erweist, denn: „Blöd, ich hätte jetzt Karten für Phase 3, aber das hilft mir gar nicht, wenn ich in Phase 4 bin.“ – „Ich bin in Phase 3, lass mal tauschen.“ – „Okay… Oh, ich wär dann jetzt fertig.“
Irgendwie war ja auch klar, dass wir alle die selbe Fjord-Bootstour (mit Frühstück) buchten. Nicht, dass die Tour so spannend gewesen wäre – mit Kajaks hätte man sicher mehr Spaß gehabt, und irgendwie sahs auch überall gleich aus (grünblaues Wasser, graue Fjorde mit grünen Bäumen und Wolken, manchmal ein Wasserfall). Daher auch Tobis Ausruf: „Ein Stein!“ Aber die Gesellschaft machte selbst den schlechten Kaffee wieder wett, und als Steffi zusammen mit Felix und Samuel noch ins Unterwassermuseum ging (für das ich das Geld nicht ausgeben wollte, weil ich mir erst letzte Woche einen dicken Backpackerrucksack gekauft hab), saß ich mit Myriam am Hafen und hab Phase 10 gespielt; später kamen auch noch die beiden Berliner dazu, und zurück im Hostel gabs dann noch Kaffee für alle, bevor wir uns trennten – nur um uns dann alle in der Bücherei in Te Anau wiederzutreffen, da gibt’s nämlich Internet umsonst.

Posted by: das Mopf | March 26, 2009

In Te Anau mit Internet…

… und 20’000 Sandfly-Bissen.
Sandflies, das sind kleine Fliegen, etwa so in der Art wie Fruchtfliegen. Nur dass Fruchtfliegen nicht beißen. Und keine zwei Zentimeter “großen, juckenden, schlecht heilenden Wunden” hinterlassen (sagt der LonelyPlanet, meine neue Bibel). Scheiße man, die tun ja sowas von weh!!!! Das Zeug, das die liebe Caro mir gegeben hat, hilft richtig gut, aber man muss es wohl auch drauftun, damit es hilft.

Wir haben mittlerweile, nach 3 Wochen also, endlich die perfekte Methode gefunden, wie zwei Leute im Auto schlafen können, und das geht so. Die kleinere von beiden macht es sich auf dem zurückgeklappten Beifahrersitz bequem, während der Fahrersitz ebenfalls zurückgeklappt und dann so weit wie möglich Richtung Pedale geschoben wird. Dann macht die größere Person es sich, so gut es geht, auf der Rückbank gemütlich und streckt die zu langen Beine halb über den Fahrersitz. Fertig! Aber irgendwie sind Hostels doch bequemer.

Heute geht es weiter nach Invercargill, der Stadt, die aufgrund ihres Schwimmbades auf dem Tourplan steht. Dann gehts über die Catlins hoch nach Twizel und den Mt Cook/Aoraki, und dann von Christchurch über den Arthur’s Pass nach Greymouth (ja, nochmal) und dann zurück über den Lewis’ Pass nach Kaikoura, und dann ziemlich straight rauf nach Auckland. Innerhalb von 3 Wochen.

Posted by: das Mopf | March 24, 2009

„… große, juckende, schlecht heilende Stiche“

Das sagt der LonelyPlanet, meine neue Bibel, über Sandfliegen-Stiche. Auf Fiji ging das ja noch richtig, da waren auch die Tiere kleiner, so vielleicht Sandkorngröße. Aber in Milford! Ihr kennt doch sicher alle diese Fruchtfliegen, die wissenschaftlich Drosophila melanogaster heißen und die man in Genetik in Biologie durchnimmt, wenn man Pech hat (ja, ich habs gehasst).

Sandfliegen sind also ähnlich groß, allerdings sind die nicht hinter Früchten oder Obst her, sondern, viel profaner und appetitlicher, Menschenblut, was in meinem Fall mein Blut ist. Dann setzt diese verfluchte Fliege sich einem also auf den Arm, die Nase, mit Vorliebe aber die Beine, und haut seine Beißerchen durch die oberste Hautschicht. Das tut zwar nicht sonderlich weh, aber wenn man einmal zur Ader gelassen wurde, injizieren die Biester ein ähnliches Zeug wie Mücken, bloß gefühlte zwanzigtausendmal stärker, was dann zu einem unheimlich ekelhaften Juckreiz führt. Manchmal, wenn man zu stark kratzt, eitert das auch. Oder, wenn man richtig, richtig, richtig doll kratzt, dann hat man schonmal so ‘ne Schürfspur nebendran (weil man ja den Einbiss selber nicht kratzen will, könnte ja bluten und sich entzünden), wie ich am Unterarm. Drei Zentimeter lang und einen halben breit. Heilen tun die Dinger tatsächlich auch nicht sonderlich gut, hauptsächlich deswegen, weil man sie wegen des Juckreizes immer wieder aufkratzt.

Das Zeug, das ich dagegen mithab, hilft erstaunlich gut, aber leider muss mans drauftun, damit es wirkt. Mist.

Posted by: das Mopf | March 24, 2009

Das ist die Bruinenfurt – oder?

Nein, war sie natürlich nicht, aber durch Furten mussten wir auch. Nicht stilvoll zu Pferd wie Arwen in „Herr der Ringe“, sondern mit unserem treuen Auto Trish, das dann aber vor der letzten Furt sehr geduldig wartete. Zu Fuß ging es über eine Stunde zum Fluss, der, der Farbe nach zu urteilen, vermutlich gletscherartigen Ursprungs ist und an dem irgendwo (aber nicht da, wo wir gewesen waren) die Flucht durch die Furt gedreht wurde (wo Arwen Frodo vor den Nazgûl rettet). Die Suche nach der Furt war nicht so sonderlich erfolgreich, trotzdem hatten wir eine ganz nette Wanderung nördlich des Örtchens Paradise. Vielleicht ist Örtchen auch geschmeichelt und man sollte lieber Pferdekoppel sagen, denn aus mehr besteht Paradise wirklich nicht… Schön war es trotzdem, und bis zur Ankunft des Jetboots auch sehr ruhig.
Das ist überhaupt so ein Hobby von uns, in dem wir leider nicht besonders gut sind: „Herr der Ringe“-Locations finden. Am Chetwood-Wald waren wir auch vorbeigefahren, hatten aber an der daraus resultierenden Wanderung zum Harwood-Loch trotzdem jede Menge Spaß und redeten uns auf dem Rückweg ein, dass „wir, naja, halt doch irgendwie schon in der Nähe waren, das kann man gelten lassen“.

Posted by: das Mopf | March 23, 2009

Was wir eigentlich in Queenstown gemacht haben

Das ist irgendwie eine gute Frage, weil wir nämlich weder zum Heißluftballonfliegen noch fürs Paragliding genug Geld haben. Skydiven waren wir beide schon, und Bungy springen wollte ich erst in Taupo, sodass auch die typischen Backpacker-Touri-Attraktionen ausfielen. Stattdessen saßen wir einen halben Vormittag im Café, trafen uns hinterher noch mit Felix und Samuel, die wir in Westport kennengelernt hatten, und fuhren dann mit der Gondel rauf auf einen der umliegenden Berge. Oben angekommen, durfte die Sommerrodelbahn natürlich nicht fehlen, die allerdings nicht sonderlich berauschend war (wohl auch wegen der ganzen Asiaten, die die Strecke blockierten). Dafür waren das Wetter und damit die Aussicht super, was wir auch gleich nutzten, um mit den Jungs in Richtung Glenorchy zu fahren. Da fanden wir zwar nicht, was wir suchten (wäre auch das erste Mal gewesen), aber wir hatten eine Menge Spaß damit, Steine über den See zu treiben, ins Wasser zu werfen, aufzuschichten und von all dem auch noch Fotos zu machen.

… und darum gab es in Hoki auch ein paar Possum-Merino-Wollsocken für jede von uns, für Steffi weiße mit sexy grünen Punkten, für mich babyblaue mit Stoppern in Form von nackten Füßen. Solange ich diese Socken habe, habe ich keine Angst mehr, und weich und kuschelig sind sie auch noch. Bloß waschen müsste ich sie bald mal, denn weil ich sie dauernd trage (beim Schlafen, Wandern, Autofahren), bleiben sie leider nicht wirklich babyblau. Da kommt dann doch wieder die Angst, weil sie ja vermutlich nie wieder so schön kuschelig sein werden.

Posted by: das Mopf | March 22, 2009

Rumpelsteffi

Auf dem Weg von Haast nach Queenstown kommt man an Wanaka vorbei. Und da gibt es die Puzzling World, die wir als neugierige Spielkinder natürlich gleich erstmal unter die Lupe nehmen mussten. Fazit: Die Puzzling World ist toll! Draußen steht ein schiefer Turm, der Möglichkeit für ein obligatorisches Foto bietet, und dann geht es durch die Tür rein ins Spielkindparadies. Auf 20 kleinen Tischen liegen jeweils zwei bis drei Kniffelspielchen, günstigen Kaffee und Eis gibt’s auch – und bis dahin hat man nicht mal Eintritt gezahlt. Das muss man erst, wenn man in die Ausstellungsräume will, in denen man sich allerlei Sinnverwirrendes angucken kann – von Riesen und Zwergen über lebende Portraits bis hin zu bergauffließendem Wasser. Und dann gibt’s da noch das Labyrinth. Dabei geht’s nicht (nur) darum, den Ausgang zu finden, nein, in erster Linie sind es die Türme in den Ecken, die es zu finden gilt. Angeblich in einer Stunde zu schaffen, war diese Herausforderung der perfekte Pausenfüller. Die ersten drei Türme hatten wir sofort gefunden, nicht mal zwanzig Minuten hatte das gedauert – aber der vierte! Statt der erhofften Treppe fanden wir erst ein Schild „Dies ist nicht der Turm“ und dann auf einmal Harry. Harry, Fiona und ihren Kumpel, dessen Namen wir uns einfach nicht merken können, waren unsere Schlafsaalfreunde aus dem Abel Taz, die wir auch schon flüchtig am Franz-Josef-Gletscher wiedergetroffen hatten. Alle drei waren total nett (hatten meine Sympathie aber schon, als sie erwähnten, dass sie aus London kommen) und sich hier in Wanaka unabhängig voneinander auf den Weg ins Labyrinth gemacht. Und wie das so ist, standen wir nach nur fünf Minuten alle zusammen in einer Ecke und verglichen unsere Abenteuer. Harry, der uns zum wiederholten Mal begegnete, meinte schließlich: „Also, wenn ich euch finden müsste, hätte ich schon längt gewonen.“ Nach über einer Stunde hatten wir aber Dank der Lancing-Methode auch den grünen Turm gefunden (man dreht sich mit geschlossenen Augen im Kreis und sagt: „Ich glaube, unser Ziel liegt daaaa…“ – und in die Richtung geht man dann), wobei Steffi schon einen kleinen Anfall bekommen hatte. Die größte Herausforderung, nämlich den Ausgang zu finden, bestanden wir allerdings nicht, weil wir nämlich beide ob eines menschlichen Bedürfnisses dringend den Notausgang nehmen mussten.

Posted by: das Mopf | March 19, 2009

Gollum hat mehr Sex-Appeal als Roland Koch.

Stellte Steffi gestern abend fest. Unsere erste Nacht im Zelt musste auch hier wieder mit Sekt begossen werden, dazu gabs Michael Mittermaier aus dem iPod. Und weil Steffi und ich beide recht fanatische Herr-der-Ringe-Fans sind und Steffi auch schon mit Gollum rumgeknutscht hat, musste dessen Ehre natürlich verteifigt werden.
Dem Abend voraus ging ein Tag in der Jadestadt Hokitika (kurz Hoki), in der ich trotz 3-stündigen Shoppens nicht das gefunden hatte, was ich suchte… Hurra. Außerdem guckten wir uns die Glühwürmchengrotte an, was ganz faszinierendend sein kann, wenn man erstmal seinen Weg gefunden hat. Trotzdem bin ich mehr der Fan von Sternenhimmeln, ich kann mir da nicht helfen.

Posted by: das Mopf | March 18, 2009

In … Wo sind wir?

Ach ja, Greymouth. Ich hab total den Ueberblick verloren und kaempfe grade mit den Internet und damit, dass der Laden, der meine Lotta verkaufen sollte, scheinbar im Erdboden versunken ist. Was wiederum ziemlich beschissen ist, weil die ja meine Kohle haben.
Ueberhaupt gehts mir grad nicht so gut, weil einer der Ohrringe, die ich von Teresa zu Weihnachten bekommen hab, verschwunden ist, genau wie die Tassen, die ich heute erst gekauft habe, und neben dem Van plagt mich noch Hannas Bike… Bloss hoffen, dass alles gut geht. Man!!! Ich will doch nur meine Ruhe 😦

Was sie auf jeden Fall nicht haben, ist viel Verstand, denn selbst, wenn man einen Stein in ihre Richtung wirft, um sie zu vertreiben, rennen sie nicht weg, sondern erstmal dem Stein hinterher, und dann wird geguckt, ob man den essen kann.
Unsere erste Begegnung mit Wekas machen wir heute auf einem Parkplatz am Cape Foulwind (wo wir unsere ersten Robben gesehen haben). Wekas sind etwa so groß wie Kiwis, also kleiner als Pukekos und größer als Keas. Hilft euch nicht weiter? Komisch. Also, Wekas -und damit auch Kiwis- sind vielleicht ein bisschen größer als Haushühner, aber viel fetter und mit größeren Füßen. Zu unserem Leidwesen (und dem vieler anderer Camper) finden Wekas nicht nur Steine appetitlich, sondern auch Autogummi. Tagsüber ist das okay, da kann man sie mit leckeren Steinen -oder Tannenzapfen!- ablenken, aber Nachts im Zelt steht unsere arme Trish ganz alleine da und kann sich nicht wehren. Daher kam uns die glorreiche, aber leider wenig realistische Idee, einfach ein Weka zu jagen, ihm ein paar Eier fürs Omelett abzuknöpfen und es dann kurzerhand in die Pfanne zu hauen, womit zumindest uns in allen Belangen geholfen wäre. Leider machte Steffi dann obige Bemerkung, woraufhin wir von dem Plan lieber abließen und Bohnen in Tomatensoße in der Pfanne über dem Campingkocher servierten – auch hier war es ein Kampf mit den Wekas, die unbedingt was abhaben wollten. Vielleicht hatten sie uns ja belauscht und fanden es jetzt nicht so toll, dass wir sie in die Pfanne hauen wollten.

Als wir heute vom Farewell Spit zurückkamen, der übrigens wie ein Kiwischnabel geformt ist und die Obsession der Neuseeländer für diesen hässlichen Vogel vielleicht ansatzweise erklärt, sahen wir das erste lebende Possum in Neuseeland. Also, ich zumindest, Steffi hat ja in Albany auf dem Land gewohnt und war den Anblick schon gewöhnt. Ich für meinen Teil bin in dem Moment erst richtig in Neuseeland angekommen, auch wen ich von dem Tierchen nicht viel mehr gesehen hab als große Augen und einen Haufen Fell.
Tote Possums, ja, die sieht man haufenweise hier, so alle zwei Kilometer einen, mindestens. Das hat uns schon zu makaberen Fotos veranlasst und den „Club der anonymen Seelenlosen“ gründen lassen. An und für sich sind Possums ja auch total niedlich, und wers nicht so gut findet, dass die hier plattgefahren werden (das Ergebnis wird dann in Schokoloade gehüllt und als „Squashed Possums“ in den Souvenirläden verkauft, allerdings behaupten sie auf den Packungen, dass unter der Schokolade Rosinen wären), sollte lieber nach Australien oder Tasmanien gehen. Letztlich wurden die Tiere aber hier eingeführt und vermehren sich unkontrolliert, fressen den Kiwis die Eier weg und sind im Großen und Ganzen einfach nur eine Plage. Auch wenns makaber klingt, aber was liegt da näher, als eins zu überfahren, wenn es sich schonmal auf die Straße traut?
Vor allem hier im Süden der Südinsel machen sich an den Kadavern auch immer wieder Bussarde zu schaffen, und weil das ziemlich große und schwere Tiere sind (die Bussarde also), kommen die nicht immer rechtzeitig in die Luft, wenn so ein blödes Auto ankommt, was auch schon mal in einer Bussardleiche resultieren kann, aber eigentlich eher selten ist. Trotzdem ist es gruselig, wenn sich plötzlich in der Dämmerung vom Straßenrand so ein Tier erhebt und völlig panisch versucht, vor dem Auto wegzufliegen. Dann heißt es entweder reagieren oder draufhalten, je nach Verkehr und Tierliebe. So viel nur: Wir haben bislang weder Possums noch Bussarde überfahren, und selbst der blöde Pukeko ist noch so grad davon gekommen, wenn auch nur knapp und vermutlich nicht mehr mit allen Federn.

Posted by: das Mopf | March 15, 2009

Bungy springen wär was für Basti.

Da springt man nämlich auch ins Wasser. Zumindest optional in Taupo. Meine Bitte nach „nur Hände eintauchen“ wurde großzügig übersetzt mit „Kopf und halber Oberkörper“, aber durch diesen Überraschungseffekt wurde das Ganze noch eine Nummer interessanter, und das Wasser in der Nase lenkte zumindest einen Moment vom Schreck ab. Auch wenn das ganze Unternehmen höchstens zehn Sekunden dauerte, war es doch eine ganze Ecke besser als Skydiven, weil man nicht noch jemanden hinten drauf hat und ja alleine und erstmal ungebremst Richtung Wasser fällt. Später wurde ich dann gefragt, ob ich geschrieen hätte, und ob der Antwort „Nein“ mit einem ungläubigen Blick bedacht, aber zum Schreien war auch eigentlich gar keine Zeit, weil man, sobald an der Kante das Schwindelgefühl einsetzt (immerhin 47 Meter geht es abwärts), auch schon geschubst wird, ohne das vorher großartig gefragt wird. Nachdem man sich nach einer Viertelsekunde an das Fallgefühl gewöhnt hat -denn dann ist es ja eh zu spät-, freut man sich oder auch nicht über das Rauschen in den Ohren und die rasant näherkommende Wasseroberfläche, bevor die Welt sich zu drehen beginnt. Dann nämlich greift das Seil und beendet den Freifall abrupt, was aber spätestens beim Eintauchen in den Lake Taupo passiert wäre. Dann baumelt man noch eine Weile am Seil und freut sich -diesmal wirklich- am schönen Tag und an der Landschaft, bevor man runter ins wartende Boot gelassen wird.
Mein lieber Patenonkel! Wie es aussieht, müssen wir mal zusammen nach Taupo, Neuseeland. Immerhin hast Du gesagt -wenngleich nicht versprochen-, dass Du beim Bungyspringen meine Hand hältst. Und weil man das in Taupo auch zusammen machen kann, so quasi tandemmäßig, finde ich, wir sollten das mal machen, so als Patenonkel und -tochter.
Und was Basti damit zu tun hat, ist jedem Eingeweihten klar, denn der jüngere meiner beiden Lieblingsbrüder hat von jeher eine Affinität zu Wasser, besonders zum Fallen eben dorthinein.

Posted by: das Mopf | March 14, 2009

Steffi hat einen Käfer gefunden. Im Wald!

Und zwar nicht in irgendeinem Wald, sondern im Abel Tasman National Park. Den haben wir nämlich heute durchwandert; wenn auch nicht ganz, nur einen Teil, und zwar -jetzt heißt es Karte zücken- von der Bark Bay bis nach Marahau. Zur Bay haben wir uns mit dem Wassertaxi bringen lassen, und dann hieß es acht Stunden lang marschieren. Wir hätten es wohl auch in sieben geschafft, aber wir konnten natürlich weder den Umweg über den South Head noch den über die River Head Falls auslassen, und Cleopatra’s Pool musste genauso bewundert werden wie der Yellow Point Lookout. Hat sich auch alles gelohnt. Dass wir das Auto nicht direkt am Abel Taz geparkt hatten, sondern am Wassertaxi-Office, das machte uns zwar nachher noch ein bisschen zu schaffen, aber die Tour hat sich trotz schmerzender Füße richtig gelohnt; die Bilder sprechen Bände. Steffi war von den überall sprießenden Fliegenpilzen ganz begeistert, weil das ja so schöne Motive sind, und ab und zu gabs grüne Käfer auf dem Weg, leider meistens tote. Das hielt Steffi in ihrer Fotografierwut aber nicht ab, sich über den Käfer zu freuen – dass sie nicht noch mit einem Blatt angekommen ist…

Posted by: das Mopf | March 12, 2009

Akzente im Park – Akzente auf Heimeligkeit

Nachdem wir blöderweise kein Hostel für Nelson vorgebucht hatten und uns bestimmt fünf Mal „Tut uns Leid, wir sind voll“ anhören mussten, fanden wir ausgerechnet in einem der besten Hostels nicht nur ein Bett, sondern auch noch freies Internet und einen wunderbaren Gastgeber vor. Dass wir auf der obersten Etage eines dreistöckigen Hochbettes schlafen musste, machte da auch nicht mehr viel aus, weil Royce sich einfach rührend um uns kümmerte, immer ein Lachen im Gesicht und einen guten Rat für Freizeitaktivitäten hatte – ganz abgesehen davon, dass er aus dem Effeff wusste, wo wir welche Bank, welchen Supermarkt und welche Bar finden würden. Direkt gegenüber des Hostels liegt außerdem die Christ Church, die morgen erstmal in Angriff genommen wird; für heute ist höchstens noch genug Energie für eine appetitliche Tütensuppe und eine halbe Stunde Internet.

Posted by: das Mopf | March 11, 2009

Als wär man betrunken

Maria hatte uns zur „Weta-Cave“ gebracht („Weta Productions“ ist, wie wir uns erinnern, die Special-Effects-Firma, die für HdR gearbeitet hat), und uns dann mit einem immensen Kehrpaket Richtung Hafen entlassen. In einem Haushalt, der sonst nur Männer beherbergt, haben Steffi und ich anscheinend einen Unterschied gemacht (kann man auch daran erkennen, wie wir den Montag Abend verbracht haben: Tee, Kekse und „Desperate Housewives“).
Auf der Fähre von Wellington nach Picton dann erlebten wir zum ersten Mal richtiges Herbstwetter und durften die Üblkeit kollektiv bekämpfen („Du, Steffi, Du kannst auch wieder reingehn…“ – „Neh, mir ist ja auch schlecht…!“), denn das Boot schwankte so sehr, dass zeitweise entweder kein Land zu sehen war, oder aber kein Himmel, was sicher unheimlich spaßig gewesen wäre, wenn wir mehr gegessen gehabt hätten oder wenigstens ans Auto gedurft hätten (da war nämlich was zu essen drin). So verbrachte ich einen guten Teil der Zeit damit, in Ballform Tschaikowskis Fünfter zu lauschen (oder darüber einzuschlafen), oder an Deck frische Luft zu schnappen.
Endlich in Picton, mussten wir erstmal ein Hostel für die Nacht suchen, und fanden schließlich, nachdem uns auf der Straße noch Gras angeboten wurde („Where are you from?“ – „Germany?“ – „D’you wanna buy weed?“ – „Not today… Maybe tomorrow.“) eins für umgerechnet etwa 9€. Auf unsere erste Nacht auf der Südinsel mussten wir erstmal mit dem bereits bewährten Chardon Rosé-Sekt anstoßen – und ehrlich, diese Art Schwanken („Steffi, jetzt lass mal gut sein, ich vertrag doch nix!“) ist mir weitaus lieber.

Posted by: das Mopf | March 11, 2009

Hi from Picton

Steffi and I are in Picton now, and the hostel we live in has internet, so I can finally give a sign of life. The last week was very interesting and full of stuff and travels, included a sunrise, hours and hours in the car and the “Ironman” contest in Taupo. We’ll travel the south island from tomorrow on, starting in Nelson, then going down on the west coast and up on the east coast. We’ll be back in Wellington on 11th apirl latest and meet Steffi’s mother and sister there.

Also auf Deutsch: Mir gehts gut und wir sind ziemlich zuversichtlich, dass die Reise noch klasse wird. Wir schlafen die erste Nacht im Hostel, da wir in der letzten Woche entweder im Auto oder aber bei Harveys in Wellington gewohnt haben. Morgen gehhts nach Nelson und dann ueber die Westkueste runter und im Osten wieder rauf. Am 11.4. treffen wir Steffis Mutter und Schwester in Wellington, und in 6 Wochen flieg ich auch schon wieder heim.

Posted by: das Mopf | March 10, 2009

Steffi

Ein paar Worte möchte dich zu meiner Reisebegleitung verlieren. Jemanden besseres als Steffi hätte ich mir beim besten Willen nicht wünschen können, denn sie hat nicht nur einen großartigen Humor, sondern auch die gleichen Vorstellungen vom Reisen wie ich. Ob es darum geht, die Nacht im Auto zu verbringen, so sparsam wie möglich einzukaufen oder einen Abstecher ans East Cape bzw die Milford Sounds zu machen – oft spricht sie die Gedanken aus, die ich mir grade mache, wie zum Beispiel Maria eine Tasse mit einem Foto von uns drauf zu schenken. Obwohl Steffi „300“ für einen guten Film hält und so schlank ist, dass es meinem Ego einfach nicht gut tun kann, komme ich prima mit ihr klar, und dass wir über Mario Barths „Männder sind Schweine, Frauen aber auch“ gemeinsam Tränenen gelacht haben („Tau mir die Kartoffel auf, Du Sau!“) sagt eigentlich schon alles.
Ansonsten standen heute das Cable Car und der Botanische Garten auf dem Programm, und der Abend klang mit Tee und 5-Minuten-Mikrowellenschokoladenkuchen aus.

Posted by: das Mopf | March 9, 2009

Ich bin ein Audi…

… ich hab auch vier Ringe, nämlich unter den Augen. Trotz (oder grade wegen) der gut verschlafenen Nacht sieht man die jetzt nämlich erst richtig. Für aufwändiges Make-up hab ich als armer Backpacker aber weder Zeit noch Geld. Den Tag verbrachten wir im wesentlichen im Te Papa, wo Maria und hinbrachte; nachmittags planten wir in einem Café anhand einer gefühlten Millionen Flyer aus dem iSite unsere Südinseltour. Angesichts der Tatsache, dass wir beide so viel weniger Geld ausgegeben hatten als geplant, gab es für jede von uns eine neue Jacke, die sich bei dem Wetter als äußerst hilfreich herausstellte. Abends gings dann mit dem Bus zurück und fast direkt an den gedeckten Tisch. Vor dem Nachtisch gabs eine Rundtour ans Massey-Memorial und die Strände Wellingtons. Neben der Südinseltour wurde auch meine Nodinselbusreise geplant, und jetzt steht neben der Route (Auckland – Coromandel – Tongariro – Wellington) noch die Erkenntnis: Neuseeland ist zu schön, als dass man nicht unbedingt wiederkommen müsste.

« Newer Posts - Older Posts »

Categories